Slowlyness in Neuseeland – Das ganze Land ein Spa

Mit 17 machte ich mit meiner Familie eine Reise um die Welt. Bei den Tagen in Neuseeland sagte ich: Da möchte ich nochmal länger hin. Das kam dann Januar 2017, viele Jahre später. Ich nahm mir den ganzen Monat Zeit, flog nach Christchurch, mietete mir ein Auto und fuhr mehrere tausend Kilometer durch die Nord- und Südinsel dieses veritablen Paradieses. Das Spa in mir vertiefen und erspüren war das Programm.

Frank Weckesser war für einen Monat in Neuseeland unterwegs - heute berichtet er uns seine Eindrücke. Foto: Frank Weckesser

Frank Weckesser war für einen Monat in Neuseeland unterwegs – heute berichtet er uns seine Eindrücke. Foto: Frank Weckesser

Hello slowly New Zealand

Nur der Rückflugtermin, vier Wochen später ab Auckland, stand in meinem Kalender. Natur wollte ich spüren in allen Poren, mich von den Elementen berühren lassen, still und langsam werden, Spas genießen, wundervolle Aussichten erleben, Gletscher, Farnwälder, Geysire, Seen, Wasserfälle und die Küsten der Tasmanischen See. Schon lange war ich nicht mehr auf eine Fernreise gegangen, einfach nur für mich, ohne Auftrag, Projekt oder Aufgabe. Ein Land reich an Naturwundern, mildem Klima, extrem freundlichen Menschen und einer natürlichen Slowlyness, die selbst in den Städten wie Wellington, Christchurch oder Auckland nur wenig an Fahrt aufnimmt. Mein erstes Spa besuchte ich in Christchurch. Ich fand es bei einem Bummel vom Hotel in die, immer noch schwer vom großen Erdbeben 2011 gezeichnete, Innenstadt. Es nennt sich Urban Skin and Body und befindet sich in einem der neuen Gebäude, die starken Erdbeben widerstehen und supercool ausschauen.

Begrüßung und Buchung wurden sanft und einladend durchgeführt von der Inhaberin Ginnie. Ich buchte eine Jetlag-Massage – das fand ich passend nach zwei Langstreckenflügen und 12 Stunden Zeitunterschied. Ein Massageraum in Perfektion, jedes Spa Consulting würde 10 von 10 Punkten vergeben. Harmonische Weiß- und Naturtöne, softer, frischer Duft aus einem Diffusor, dezente ethnic sounds, Kerzen, kuschelige Handtücher, gedimmtes Licht. Die Behandlung erlebte ich achtsam und hervorragend ausgeführt, dann war ich kurz im Traumland, aus dem mich eine sanfte Schläfenmassage zurückholte. Ein „6-Stunden-vom-Zeitunterschied-aufgeholt-Feeling“ begleitete mich zurück ins Hotel.

Der Mount Cook am Lake Punakaiki. Foto: Frank Weckesser

Der Mount Cook am Lake Punakaiki. Foto: Frank Weckesser

Eingetaucht in die Schönheit Neuseelands

Frank freut sich über das Gletschereis aus dem Tasman Gletscher. Foto: Frank Weckesser

Frank freut sich über das Gletschereis aus dem Tasman Gletscher. Foto: Frank Weckesser

Gleich nachdem ich Christchurch verlassen hatte und durch die weite Landschaft Richtung Aoraki/Mount Cook, den mit 3.600 m höchsten Berg Neuseelands, steuerte, spürte ich den Rhythmus von Mutter Natur. Harmonisch flossen weite Wiesen und Felder und kraftvolle Wälder ineinander über und schließlich kam ich zu den atemberaubend schönen Seen Lake Tekapo und Punakaiki. Eine Studie in Blau und Türkis. Am Horizont ragt der stolze Mount Cook, von wenigen Wolken umströmt, in den blauen Himmel. Ich kniete am Ufer nieder und füllte meine Wasserflasche mit dem reinen Seewasser und trank sie gleich ganz aus. „Köstlich, flüssiges Licht“, dachte ich. Fühlte, wie das wertvolle Wasser mich reinigte und erfrischte. Wasser, das nach 400 Jahren aus dem Tasman-Gletscher in einen See hineingeschmolzen war. Das Wasser, durch viele Gesteinsschichten gefiltert, fließt durch wilde Flüsse und mündet dann in den See. Spa-Erlebnis Nummer zwei, ganz spontan. Keine Buchung erforderlich.

Viele Wasserfälle gab es auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher zu bestaunen. Foto: Frank Weckesser

Viele Wasserfälle gab es auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher zu bestaunen. Foto: Frank Weckesser

Ich sollte noch viele solche Natur-Spa-Erlebnisse spüren: Schwimmen im Blue Lake bei Rotorua. Der Regenwald nahe Franz Josef im strömenden Regen – eine kräuterig-holzige Sitzung mit Aromatherapie-Inhalation. Mit dem Boot hinein in die erfrischende Gischt der Huka Falls, der stärksten Wasserfälle Neuseelands. Nur 9 Meter hoch, aber mit der größten Wassermenge pro Sekunde – gewaltige, erfrischende Fülle. Auf einem Schiff in die Stille des Doubtful Sounds in den Fjordlands hineingefahren. Zuweilen schaltete der Kapitän alle Motoren ab und ließ uns den Sound of Silence erleben, der aus plätschernden Wasserfällen, schwappendem Wasser, wenigen Vögeln, die dem Ozean entgegenflogen, bestand.

Ganz allein im Tasman-Nationalpark bei Nelson durch eine schier unendliche Landschaft wandern, sich in den Ebbebereich des Strandes legen und auf die ersten sanften Wellen warten, die den Beginn der Flut ankündigen. In den heißen Glacier Pools aus reinem Gletscherwasser am Rande des Farn-Regenwaldes „mind floating“ erlebt. Auf duftendem Moos am Rande eines plätscherndes Baches fast eingeschlafen, im warmen Bett der Erde. Überall umhüllt dich hier die Natur und behandelt dich von Kopf bis Fuss, befreit dich von Sorgen und zu vielen Gedanken, lässt dich den Moment erleben, lässt dich ganz einfach das „Hier-Sein“ genießen. Flüstert dir zu: Alles ist gut.

Der Green Lake bei Rotorua. Foto: Frank Weckesser

Der Green Lake bei Rotorua. Foto: Frank Weckesser

Umhüllt mit der Maori-Energie

Ein Meilenstein auf meiner Hitliste der besten Behandlungen: Die wunderbare Massage von Hope, toller Name für eine Therapeutin vom Glacier Spa, ausgeführt in der Energie ihrer Maori-Familie auf einer herrlichen Massagebank, die mich sanft durch das Laken hindurch auf eine Fellunterlage sinken ließ. Zeitlupenartige Ausstreichungen mit duftendem Ingwer-Öl. Tief und langsam, als kannten ihre Hände meinen Körper genauso wie dessen Energieströme und ließen sich von ihm führen. Eine dieser Massagen, die du am nächsten Tag noch wohltuend am ganzen Körper spürst, dich angefüllt fühlst mit kraftvoll, fließender, vitaler Energie.

Auf ein Wiedersehen

Fazit: Neuseeland ist ein Synonym für Wellness, ganz gleich ob du gute Spa-Erlebnisse suchst und/oder dich einfach einlässt auf das Gefühl, dass im Prinzip das ganze Land ein Spa ist. Da möchte ich wieder hin und länger verweilen an schönen Plätzen, die von wunderschönen Erlebnissen erzählen.

Try it out!

Und fragt mich gerne nach Tipps.

Kia Ora, Frank


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