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SpaCamp 2015 Ergebnisse: 100 Thesen in 7 Themenclustern zusammengefasst

Obwohl es beim SpaCamp stets ein unterhaltsames Rahmenprogramm gibt, bilden den Kern dennoch die vielfältigen Diskussionen in den Sessions. Wir widmen uns heute den spannenden Thesen und Erkenntnissen, welche ich für Euch in 7 Themenschwerpunkte geclustert habe.

Im SpaCamp Rückblick hat Wolfgang bereits die Stimmung mitsamt allen Highlights des vergangenen Wochenendes zusammengefasst. Auch ich würde gerne noch ein wenig in Erinnerungen schwelgen, doch jetzt geht’s zur Sache! 🙂

Der SpaCamp 2015 Sessionplan: 18 Themen wurden in 3 Räumen disktutiert. Foto: SpaCamp/Dirk Holst

Der SpaCamp 2015 Sessionplan: 18 Themen wurden in 3 Räumen disktutiert. Foto: SpaCamp/Dirk Holst

Und das sind die – mit Thesen gefüllten – 7 Themencluster:

  1. Zukunftsmusik, Trends und Visionen
  2. Management, Mitarbeiter und Ausbildung
  3. Tabu Thematisiert
  4. Blogs, Online Kommunikation und Vernetzung im Web
  5. Hands on, Feel und Treatments
  6. Architektur, Design und Akustik
  7. Definitionen, Maßstäbe und Qualität

Zukunftsmusik, Trends und Visionen

Sylvia Glückert, WellConsult, hat in diesem Jahr zu einer interaktiven Mitmach-Session eingeladen. Herauskam, dass die Ära „Geiz ist geil“ endgültig zu Ende ist und damit die Bereitschaft zu Luxus – gleichzeitig aber auch die Erwartungen der Gäste – steigen. Die Spa-Mitarbeiter rücken immer mehr in den Mittelpunkt:

Spa Manager sollten Gastgeber nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Mitarbeiter sein.

Welche Bedeutung das Spa in den nächsten 5-7 Jahren hat, wollte Martina Schumann, TUI Cruises, herausfinden. Welche Änderungen sind notwendig, oder machen wir bereits alles richtig? Was in Zukunft eine größere Rolle spielen wird, ist Individualität. Mehr „offene“ Zeit, um gezielt auf individuelle Wünsche eingehen zu können.

Das Thema „Trends“ diskutierte auch Hildegard Dorn-Petersen, hotel consult. Sie fand in ihrer Session heraus, dass die Zukunft digital ist: Social Wellness als Gegenpart zur totalen Ruhe. Doch wie meistert man das? Man kann davon ausgehen, dass der Bedarf an Kommunikationszonen für die Gäste steigen wird.

Management, Mitarbeiter und Ausbildung

Mit viel Charme und Humor gestaltete Sonja Seirlehner, Pesermo, ihre Session „Der Umgang mit Macht & Hierarchien – Erfolgreich führen auf allen Ebenen“. Worauf kommt es bei einer guten Führungskraft an?

Sie muss Werte leben, Mut zum Führen mitbringen und als Vorbild für ihr Team fungieren.

In allen Sessions zeigte sich viel Interaktion und ein reger Austausch. Foto: SpaCamp/Dirk Holst

In allen Sessions zeigte sich viel Interaktion und ein reger Austausch. Foto: SpaCamp/Dirk Holst

Wie das perfekte Ausbildungskonzept für Spa Mitarbeiter aussehen sollte, wollten Angelika Baur-Schermbach und Katharina Baur, Face & Body Day Spa, evaluieren. Neben Fachwissen spielen auch soziale Kompetenzen und die Persönlichkeitsentwicklung eine wichtige Rolle: Teamwork, Unsicherheiten ablegen, als Gastgeber auftreten – all diese Schlagworte sollten in die Ausbildung einfließen.

Neu in diesem Jahr: zwei Open Sessions. Interessierte Teilnehmer trafen sich und legten gemeinsam die Themen fest. Eine der beiden Sessions behandelte das Thema „Ganzheitliches Management“: die Wertschätzung der Mitarbeiter steht im Vordergrund. Kommunikation ist der Schlüssel. Außerdem muss es eine klare Philosophie und Leitsätze geben, nach denen gelebt wird.

Tabu Thematisiert

Eine Herzensangelegenheit war es für Jennifer Ospelt, I love spa, über das Tabu „Sexuelle Übergriffigkeiten im Treatmentraum“ zu diskutieren. Aufgrund der starken Resonanz wurde das Thema gleich noch in der zweiten Open Session weitergeführt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es wichtig ist, klare Standards zu setzen: Was ist sexuelle Belästigung? Wo ist die Grenze? Zudem muss offen über das Thema gesprochen werden. Doch vor allem:

Hoteliers und Spa Manager müssen sich klar positionieren und betroffene Kundinnen ernstnehmen.

Blogs, Online Kommunikation und Vernetzung im Web

Gehören Blogs zum Marketing-Mix? Auf jeden Fall! Das zeigte die Session von Katja Wegener, ISM-Kosmetik, Tanja Klindworth, Spaness und Jennifer Ospelt, I love spa. Bloggen ist authentisch und bringt Gäste. Was dabei oft „vergessen“ wird: es ist Arbeit auch wenn es leicht aussieht und sollte auch als solche adäquat bezahlt werden.

Lisa-Marie Leitner und David Faber von Peritus Webdesign gingen in ihrer kurzweiligen Session der Frage nach „Wie erfolgreich ist meine Webseite? Wie gut performen meine Spa-Inhalte?“ Wichtig ist es, die Vorteile der digitalen Medien zu nutzen und auch zu messen (Analytics). Außerdem ist mit dem Launch einer Webseite das Thema „online“ nicht erledigt: es ist eine kontinuierliche Aufgabe (laufendes Trial & Error).

Wolfgang Falkner und ich wollten in diesem Jahr herausfinden, was eine Online Plattform braucht, damit Spa-Manager und die Spa-Industrie noch besser zueinander finden. Wichtig sind Objektivität, Unabhängigkeit und Aktualität. Außerdem stand fest: Das Ranking darf nicht davon abhängen, wie viel ein Hersteller bezahlt.

Hands on, Feel  & Treatment

Carsten Boss von der Firma Pino hielt eine Hands-On-Session, in der das Trendthema Faszien beleuchtet wurde. Mentale Faktoren (Stress, etc.) beeinflussen die Spannung des faszialen Systems. Somit ist es das Spiegelbild des geistigen und körperlichen Wohlbefindens. Im Spa können Übungen gut integriert werden, da sie schnell, effektiv und überall durchzuführen sind.

Frank Weckesser führte in seiner Session zum "Spa in Dir". Foto: SpaCamp/Dirk Holst

Frank Weckesser führte in seiner Session zum „Spa in Dir“. Foto: SpaCamp/Dirk Holst

Frank Weckesser, Self the empowerment company, hielt eine Session mit dem Titel Das Spa in Dir II. Seine Thesen besagen, dass Erfolg beim inneren Fokus beginnt. Jeder sollte von innen nach außen handeln, denn Visionen entstehen im inneren. Für das Spa bedeutet das, nicht nur von Ganzheitlichkeit zu sprechen, sondern Entschleunigung auch tatsächlich zu leben.

Eine Sessions aus dem Treatment-Bereich – das Thema Spraytanning – kam in diesem Jahr von Christiane Leonhardt von beaubronz. Die Thesen zeigen, dass es sich dabei um einen gesunden Weg zur Bräune handeln kann. Gleichzeitig ist Spraytanning unkompliziert.

Architektur, Design und Akustik

Beginnen wir diesen Schwerpunkt mit Jeannine Moosbrugger-Hermann von der Standortagentur Tirol. Ihre Session Barrierefreiheit im Spa zeigte auf, dass es wichtig ist, dieses Thema mit Respekt zu diskutieren und die Mitarbeiter zu sensibilisieren. Barrierefreiheit ist aber auch aufgrund des demografischen Wandels ein Zukunftsthema.

„Digitale Antizipation“ war der Titel der Session von René Pier, schienbein+pier. Fest steht: Digitalität ist im Spa angekommen. In einem Satz zusammengefasst bedeutet das:

Digitale Steuerung schafft Freiheit zur Konzentration auf das Wesentliche, nämlich den Menschen.

Auf architektonische Problemzonen ging Daniel Lathan, sonami AG, ein. Wir können unsere Ohren nicht betrügen. Lärm und schlechte Akustik verursachen Stress, Angst, Migräne, etc. Gerade bei Neu- und Umbauarbeiten sollte die Raumakustik stärker in den Fokus gerückt werden.

Definitionen, Maßstäbe und Qualität

Lutz Hertel vom Deutschen Wellnessverband wollte wissen, wie viel Wellness tatsächlich in unseren Spas steckt. Diskutiert wurde die Definition von Spa und Wellness: die Begriffe haben sehr unterschiedliche Bedeutungen und sollten klar voneinander abgegrenzt werden. Wellness zählt als ganzheitlich und lebensorientiert und ist eine große Chance für Spas, Nachhaltigkeit in die Leistungen zu bekommen.

Wellness-Qualität: Wo setzen wir den Maßstab? Das wollten Bernard Neef, Quality Consulting und Tobias Bielenstein, Europespa med & wellness, wissen. Die Ergebnisse zeigen, dass Qualität aus „Hardware“ und „Software“ besteht: aus Equipment und Mensch. Ein schönes Zitat:

Wir brauchen Standards, dann haben wir Zeit für Qualität.

Dieses Mal möchte ich das Schlusswort nicht selber verfassen, sondern gebe es sozusagen an Ernst Crameri, Crameri-Akademie ab. Denn, egal ob Manager oder Mitarbeiter, On- oder Offline, Architektur oder Design – die Thesen aus seiner Session „Mit großen Visionen zu wesentlich mehr Erfolg in allen Bereichen“ treffen auf alle Bereiche zu: ohne große Visionen gibt es keine großen Erfolge. Viel Gegenwind bedeutet dabei viel Auftrieb. In diesem Sinne:

Die Welt braucht mehr mutige Leute. Mehr Mut zum Tun.

Hier geht’s zur übersichtlichen Aufstellung aller Ergebnisse und Thesen aus den SpaCamp Sessions. Danke an dieser Stelle auch für alle 27 Themenvorschläge. Wir werden sicher über dieses oder jenes Thema noch hier im SpaCamp Blog ausführlich berichten.