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Rückblick Global Mentorship Pilot Program 2015 und 5 Tipps für junge Spa-Manager

Das Mentorship Program wurde auf dem Global Spa- und Wellness Summit in Marrakesch 2014 beschlossen und ich hatte großes Glück, von Januar bis März 2015 mit Hans-Peter Veit zusammen zu arbeiten. In Kürze hatte ich einen großen Sprung in der Spa-Branche gemacht. Gerne möchte ich heute meine Erfahrungen aus dieser spannenden und lehrreichen Zeit mit euch teilen.

Mentee und Mentor des Global Mentorship Program: Henrik Schuster (li) und Hans-Peter Veit (re). Foto: Hans-Peter Veit

Mentee und Mentor des Global Mentorship Program: Henrik Schuster (li) und Hans-Peter Veit (re). Foto: Hans-Peter Veit

Was ist das Mentorship genau und wie wird man Mentee?

Beim Mentorship Program geht darum, die Prozesse im eigenen Spa zu verbessern und sich in der Branche zu etablieren. Spa-Manager aus der ganzen Welt können sich bewerben und mit etwas Glück diese Chance in Anspruch nehmen. Ende 2014 bewarb ich mich als Mentee bei Jean-Guy de Gabriac (Direktor des Mentorship Global Initiative Committee) und wurde als einziger deutscher Mentee für das Programm zugelassen.

Die Bewerbung und der komplette Schriftverkehr erfolgten in Englisch. Das Projekt zielt darauf ab, ein großes globales Netzwerk zu schaffen und den jungen Führungskräften zu helfen, sich persönlich in die Branche mit eigenen Ideen und Projekten zu integrieren. Jeder Mentee steht nach dem Mentorship in der Verantwortung, eine Zusammenfassung an das Committee zu senden.

Wie läuft das Programm ab?

Die Kommunikation zwischen Mentee und Mentor läuft über Mails, Skype und Telefonate ab, wobei der gesamte Inhalt immer festgehalten werden muss. Das bedeutet, wenn wir telefoniert haben, mussten wir anschließend eine Mail mit den Inhalten an die Programmleitung verfassen. Ich überlegte, was ich persönlich und auch im Spa verbessern kann, da es in jedem Spa diese kleinen Baustellen gibt. Nach einer intensiven Suche begann ich mir Lösungsansätze für meine verschiedenen Ziele zu überlegen. Die, in meinen Augen, beste Lösung stellte ich Hans-Peter Veit vor, um im Anschluss zu klären, ob es die richtige Strategie ist.

Mentor und Mentee bei einer Radtour: Hans-Peter Veit und ich. Foto: Henrik Schuster

Mentor und Mentee bei einer Radtour: Hans-Peter Veit und ich. Foto: Henrik Schuster

Wir weiteten das Projekt aus und trafen uns im Brenners Park-Hotel & Spa, um uns persönlich kennenzulernen. In diesem Atemzug gaben wir gemeinsam ein Interview für die SPA Direkt, welches ein Einleger in der SPA inside vom redspa Verlag ist. Das Programm läuft neben der normalen beruflichen Situation ab und ist eine Fleißarbeit um eine Stufe im Leben zu nehmen, für die man ohne die vielen Hintergrundinformationen seines Mentors sicher ein paar Jahre länger gebraucht hätte.

Einige kleine Bildungsreisen umrandeten diese Zeit perfekt und brachten mich mit der kompletten Branche in Verbindung. Jeder, der diese Chance bekommen kann, sollte sie nutzen. Es gibt keinen Lehrgang, der dieses Wissen ersetzen kann. Es gab keine Frage, die ich nicht loswerden konnte. Als Mentee erkennt man in wenigen Meetings mit dem Mentor, wie sehr sich der Blick über den Tellerrand lohnt.

Zwischenstopp Mallorca

In Mallorca fand im Protur Biomar Gran Hotel & Spa das Treffen der Fitness- und Wellnessbranche MEET THE TOP 2015 statt und ich wurde bereits zu diesem Zeitpunkt wie ein langjähriger Bekannter aufgenommen. Dabei merkte ich sofort, dass die Spa-Branche breitgefächerte Innovationen zu bieten hat. Sie bietet zudem Freundschaft und Menschen, die dich wachsen sehen wollen und sich mit dir freuen, wenn du deine Stufen besteigst.

Was habe ich aus dem Projekt mitgenommen?

Meine Qualität in der Mitarbeiterführung verbesserte sich und die Umsetzungsgeschwindigkeit von internen sowie externen Projekten konnte beschleunigt werden. Mein Verständnis für jeden Mitarbeiter ist noch mehr gewachsen. Nun kenne ich auch Abläufe und Standards aus anderen Ländern und muss zugeben, dass wir in Deutschland aus meiner Sicht wirklich gut sind und gemeinsam wachsen können.

Wenn du das Mentorship nutzt, wird dir symbolisch gesehen ein Chip eingesetzt, mit dem du täglich neue Ideen und Verbesserungsansätze hast. Jedenfalls ist das bei mir so. Das Programm hat ein riesiges Potenzial, man muss es nur nutzen. Für Interessierte: Auf der Facebook-Seite des Mentorship Program kann man die aktuellen Themen mitverfolgen.

Es ist wunderbar, jeden Tag ein gutes Gefühl zu haben. Ich bin sehr gewachsen und stehe noch mehr als zuvor zu dem, was ich mache. Im November 2015 konnten wir einen tollen Abschluss finden, indem wir uns auf dem SpaCamp in Rheinland-Pfalz wieder getroffen haben. Das Projekt ist jetzt vorbei, aber der Kontakt hält an. Das ist das beste Ergebnis des Mentorship Pilot Program 2015. Eines möchte ich an dieser Stelle noch betonen – das alles wäre ohne Wilfried Dreckmann nicht möglich gewesen. Danke dafür!

2016 möchte ich mein neues Projekt fertigstellen, um Spa-Mitarbeitern in Deutschland eine kostenlose Plattform zu bieten in der sie allgemein gültige Tipps, Standards von bestimmten Anwendungen und Qualitätsstandards in der Wellnessbranche bekommen. Mit Hilfe dieser Plattform möchte ich erreichen, dass 0815-Wellness langsam zurück geht und jeder Kunde mit einem guten Gefühl aus einer Behandlung geht. Ich wünsche mir sozusagen einen roten Faden der sich durch die Spa Welt zieht. Außerdem kommt dieses Jahr noch etwas ganz Besonderes in Zusammenarbeit mit Wolfgang Falkner. Seid gespannt! 🙂

5 Tipps für junge Spa-Manager

Abschließend habe ich noch aus meinen Erfahrungen 5 Tipps für junge Spa-Manager abgeleitet:

  1. Besitz und Entwicklung sozialer Kompetenz steht an erster Stelle
  2. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Kernthema der Branche ist ein Trumpf (z.B. Massage, Kosmetik, Sport, Ernährung,..)
  3. Bleib auf dem Laufenden – reise zu den Branchenevents und befasse dich mit deiner direkten und indirekten Konkurrenz
  4. Freude am Umgang mit Zahlen und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen
  5. Wer komplett neu in die Branche einsteigt, dem empfehle ich die handfeste und strukturierte Ausbildung (z.B. des IST-Studieninstitutes, oder ähnliches)