Health-Konzepte in der Hospitality – Rückblick auf das Gipfeltreffen 2026

17. Juni 2026

Vergangene Woche hat Dagmar Rizzato zum Gipfeltreffen in die Kaiserlodge Scheffau geladen. Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir die engagierte Spa-Beraterin zum Interview gebeten und erfahren, was ihre persönlichen Highlights waren und wo die deutschsprachige Hotellerie aktuell beim Thema Health steht. Hochspannend war das Thema Stoffwechsel und welche Rolle dabei das Gehirn im Zusammenhang mit Stress spielt.

Dagmar Rizzato, Veranstalterin des Gipfeltreffens. Foto: Sabine Kunzer
Dagmar Rizzato, Veranstalterin des Gipfeltreffens. Foto: Sabine Kunzer

Liebe Dagmar, erstmal herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Veranstaltung! Was waren deine persönlichen Highlights?

Das Vertrauen der Teilnehmer, sich auf dieses „neue“ Thema einzulassen und die enorme Unterstützung unserer Partner. Weiters das große Staunen, wie relevant die Themen Health und Longevity in der Hospitality sind. Gleichzeitig aber auch das enorme Interesse – es betrifft letztlich alle. Außerdem wurde deutlich, in welcher Vielfalt sich die Hospitality hierzu professionalisieren kann. Allerdings auch, dass wir bereits in der Re-Actio sind, weil die Interessen, Bedürfnisse und Anforderungen gastseitig durchweg angekommen.

Am Ende habe ich mich auch über die große Begeisterung über unser sehr spezielles Erlebnis-Kongressformat, sowohl seitens Teilnehmer als auch unserer Partner, gefreut. Es war eigentlich ein 2,5-tägiges Retreat zwischen Know-how-Aufbau und Selbsterfahrung.

Gruppenfoto vom Gipfeltreffen in der Kaiserlodge. Foto: Sabine Kunzer
Gruppenfoto vom Gipfeltreffen in der Kaiserlodge. Foto: Sabine Kunzer

Beim Programm drehte sich alles um Health-Konzepte für die Hospitality. Wo stehen wir aktuell und welche Themen sollten sich interessierte Spa-Hotels ansehen?

Wir können das gut erkennen aufgrund der Ergebnisse des SCC Hospitality Health Developement Survey 2026 von Prof. Stefan Nungesser von der FH-Kärnten mit folgenden Ergebnissen:

  • Das Thema Gesundheit ist durchwegs im DACH-Raum in der Hospitality angekommen – gastseitig.
  • Es wird als wichtige Zukunftskompetenz wahrgenommen – anbieterseitig.
  • Top-Themen sind die Ressourcen Bewegung, Ernährung, Regeneration und Schlaf.

Was noch weitgehend fehlt sind folgende Punkte:

  • Bewusstsein der Hotellerie zu diesen Themen
  • Strategische Konzeptentwicklung
  • Konkrete Angebotsgestaltung
  • Differenzierte Gastwunscherfassung zu Aufenthaltsmotiven und Aufenthalts-Ergebnis – qualitativ und quantitativ
  • Erlebnisfaktoren außerhalb des Spas, wie z.B. Schlafkonzepte; F&B-Konzepte in Bezug auf Health (Ausweisung von Makronährstoffen, Bereitstellung von Protein, etc.); Gesundheitsmessungen – was bereits in der Umfrage aus 2023 als relevant gesehen wurde, jedoch offensichtlich kaum etwas passiert ist im Markt
  • Internes Wissen rund um Health-Themen
  • Vorstellungs- und Innovationskraft wie diese Themen umgesetzt werden können
  • Das Erkennen der Chance und Rolle der Hospitality zum Thema Erholung, Regeneration, Gesundheit unserer Gäste
Spannende Vorträge zum Thema „Health & Longevity“. Foto: Sabine Kunzer
Spannende Vorträge zum Thema „Health & Longevity“. Foto: Sabine Kunzer

Du hast es bereits angedeutet: ein zentrales Thema war der Stoffwechsel sowie Messungen. Wie kann das in das Spa integriert werden?

Im Rahmen von Regenerationsprogrammen, beispielsweise zur Verbesserung von Vitalwerten, Schlaf, nachhaltiger Erholung gibt es die Spirometrie, die mit 30 Min. umgesetzt inkl. Beratungsgespräch, enorme Aufschlüsse zum Erholungsverhalten des Gastes aufzeigt – mit Ausweisung, was die Gäste während des aktuellen Aufenthalts machen können: Ernährungspläne inkl. Food-tracking und, über die erweiterte Spiro-Ergometrie, individualisierte Trainingspläne und dem absolut wichtigen Longevity-Marker VO2max.

Dafür muss man allerdings wissen, wo die eigene Stoffwechselgesundheit steht, wie sich etwaige vorhandene Stressfaktoren bereits schädigend auswirken und wie ich dazu vorgehen kann.

Selbst neues ausprobieren an den Partnerständen. Foto: Sabine Kunzer
Selbst neues ausprobieren an den Partnerständen. Foto: Sabine Kunzer

Stress hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Dabei spielt auch das Gehirn beim Stoffwechsel eine zentrale Rolle. Wie können wir unser Gehirn entlasten?

In erster Linie mit einem guten Schlaf! Das ist die Kernleistung unserer Hotels. Darüber ist unbedingt mehr nachzudenken. Matratzen, Kissen, totale Verdunklung, keine leuchtenden LEDs, Schlafmasken, Schlaftduft, Atemübungen, Adaptogen-Cocktails und vieles mehr.

Dennoch, der gute Schlaf wird über Tag gemacht und da sind wir wieder an der Stresslevelmessung und darauf abgestimmte „Erholungsprogramme“ – der Urlaub ist kein Trainingslager, sondern ein Regenerationsort! Und dazu auch wieder: Messen, wo Erholungsfähigkeit steht. Letztlich braucht es vor allem parasympathisch wirksame Anwendungen, Programme und Erlebnisse.

Die Kaiserlodge als Veranstaltungslocation punktet mit einem tollen Spa. Was ist hier in Sachen Gesundheitsangebot bereits umgesetzt?

Die Kaiserlodge hat das „Natürlich.Spa“ im Mai 2025 gelauncht und wird jetzt, Schritt für Schritt, in die weitere Entwicklung und Umsetzung der Zukunftsthemen gehen. Im Bereich Yoga und Mentalprogramme ist schon einiges aufgestellt, auch, weil es ja bereits das „Seeloge.Spa“ auf dem Dach gibt, wo schon einiges stattfand.

Wir durften dieses besondere Projekt begleiten und zunächst ist es eine große Formatänderung für ein Hotel, wenn ein solch großes Spa gebaut und in Operation genommen wird. Da empfehlen wir schon eher konservative Schrittgeschwindigkeit und kein Overload vom Team.

Du hast den sensationellen Sport- & Yoga-Bereich gesehen. Der schreit ja geradezu nach weiteren Umsetzungen. Ich bin überzeugt, dass hier noch Großes entstehen wird.

Herzlichen Dank, liebe Dagmar Rizzato von Rizzato Spa Consulting, für deinen fundierten Einblick! Danke auch für die Einladung, bei deinem Gipfeltreffen mit dabei zu sein. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen im Oktober beim SpaCamp, wo das Thema sicher auch sehr rege weiterdiskutiert wird.


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