Fachwissen für das Spa – Rückblick FIBO Spa Day 2026
21. April 2026
Bereits zum 2. Mal fand am vergangenen Samstag, den 18. April der Spa Day im Rahmen der FIBO statt. Organisiert und kuratiert wurde das Fachprogramm am Meeting Point Spa & Wellness wieder von Wolfgang Falkner, Veranstalter des SpaCamp, sowie Keven Prünster, Spa-Berater und Spa-Manager im Schlosshotel Kitzbühel. Der abwechslungsreiche Mix an fundierten Impulsen und praxisnahen Podiumsdiskussionen sorgte für großen Andrang bei Führungskräften und Interessierten aus der Spa-Hotellerie und der Wellnessbranche. Wir haben die Highlights zusammengefasst.
Podiumsdiskussion „Active Spa“ mit Keven Prünster, Jacqueline Schaffrath, Peter Praunsmändtl, Dr. Ronald Burger, Wolfgang Falkner; Foto: ThysTravel
Der Moment der Entscheidung
Den optimalen Start in den Tag lieferte Bianka Bitter mit ihrem Vortrag „Der Moment der Entscheidung – was Luxusgäste im Spa/Hotel wirklich wollen“. Die Hotel-Beraterin & Inhaberin von Strukturreich zeigte sehr eindrucksvoll, wie gerade bei der Reservierung Vertrauen erzeugt wird, das schließlich auch zu mehr Umsatz führt.
Der Luxusgast möchte nämlich kein PDF mit 47 Behandlungen durchscrollen, sondern eine klare Empfehlung bekommen. Dafür ist es notwendig, dass die Rezeption die wichtigsten Spa-Treatments kennt und in eigener Sprache wiedergeben kann. Gesprächsleitfäden müssen vorhanden und immer wieder trainiert werden. Ein längeres Gespräch bringt in der Regel nämlich auch mehr Umsatz, eine höhere Conversion, bessere Planbarkeit und schließlich auch ein schöneres Gasterlebnis.
Bianka Bitter beim Spa Day 2026; Foto: ThysTravel
Achtsamkeit – Basis für ein langes, gesundes Leben
Johannes Mikenda, Sportwissenschaftler sowie Head of Yoga & Wellbeing im Schloss Elmau, zeigte sehr fundiert und praxisnah, wie moderne Diagnostik mit der mentalen Dimension im Spa verknüpft werden kann. Die Wünsche der Spa-Gäste sind in der Regel Gewicht verlieren, Gut aussehen, Entspannen, Fit sein. Die dahinterliegenden Bedürfnisse, wie Reflexion, Erkennen von Ursachen, lebensnahe Lösungen oder Selbstwirksamkeit werden oftmals nicht erkannt. Hier kann ein Spa sehr wertvolle Hilfestellung bieten.
Damit aber ein Kohärenzgefühl entsteht, muss man verstehen, was passiert, die Ressourcen haben und die Sinnhaftigkeit á la „es lohnt sich!“ erkennen. Wenn wir aktiv die Gesundheit unserer Gäste im Sinne von Longevity verbessern möchten, braucht es Routinen. Diese sollten klein beginnen, feste Auslöser haben, gleichen Kontext, kleine Belohnungen und möglichst wenig Reibung. Dabei gilt: Regelmäßigkeit schlägt Perfektion. Um Achtsamkeit zu „trainieren“ eignen sich für Johannes Mikenda unterschiedliche Konzepte aus Meditation, Yoga, Eisbaden, Naturerleben und Sauna.
Johannes Mikenda vom Schloss Elma zum Thema Diagnostik und Achtsamkeit; Foto: ThysTravel
Urlaub als aktive Regeneration
Im Anschluss brachte der bekannten Sportwissenschaftler, Gesundheitsexperte und Autor Prof. Dr. Ingo Froböse das Grundproblem auf den Punkt. Die durchschnittliche Sitzzeit pro Tag beträgt 9,5 Stunden (Quelle DKV-Report 2023). Bei 18- und 29-jährigen sogar 10,5 Stunden pro Tag. Durch diese körperliche Unterforderung, verbunden mit einer mentalen Überforderung, entsteht eine doppelt gestörte psycho-physische Balance. Die bekannten Symptome sind: Schlafprobleme, Adipositas, Leistungseinbruch, Müdigkeit, „Stress“, Rückenprobleme und depressive Verstimmung. Das Ziel muss daher lauten: Belastbarkeit erhöhen und Regeneration fördern!
Der emeritierte Universitätsprofessor an der Deutschen Sporthochschule Köln plädiert dafür, dass Urlaub nicht als Form von Konsum verstanden werden darf, sondern als aktive Regeneration. Hier spielen Dehnung und Entspannung, Temperaturreize wie Kälte und Wärme, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regenerative Ernährung und Schlaf eine entscheidende Rolle. Als Spa muss man lernen, die Gäste zu verstehen – mittels Anamnese, Coachen des Aufenthalts, Erfragen des Erholungseffekts und Begleitung darüber hinaus. Mehr zu Ingo Froböse im Interview aus 2025.
Gesundheitsexperte und Bestsellerautor Prof. Dr. Ingo Froböse. Foto: ThysTravel
Was braucht ein Spa, um Lust auf Aktivität zu fördern und gleichzeitig Raum für Regeneration zu bieten?
Die FIBO zeigte eindrücklich wie groß das Fitnessangebot heute ist. Auch in Sachen Regeneration tut sich aktuell immer mehr. Doch die Hardware ist nur die eine Seite, denn nur durch klare Konzepte und geschulte Mitarbeiter:innen können diese aktiven Angebote glaubhaft vermittelt werden. Es muss auch nicht immer die teure Investition sein, Gesundheit darf auch einfach sein. Retreats sind dabei eine gute Möglichkeit, spezielle Programm für unterschiedliche Zielgruppen anzubieten und Routinen zu erlernen. Betont wurde auch der Erlebnis- und Communitycharakter. Gemeinsam macht Bewegung, Yoga oder auch Longevity nämlich einfach mehr Spaß.
Wir werden auf diese spannende Diskussion in einem weiteren Beitrag im SpaCamp-Magazin noch näher eingehen.
Großer Andrang beim Spa Day. Foto: ThysTravel
Der/die Spa-Manager:in als Dirigent
Nach vielen spannenden Erkenntnisse und Praxisbeispielen ging es auch schon in die nächste Diskussionsrunde. Da der Impuls zum Thema Wirtschaftlichkeit leider krankheitsbedingt abgesagt werden musste, organisierten wir kurzerhand eine Spa-Manager-Runde. Vielen Dank an dieser Stelle an Jasmin Zwerger vom Interalpen-Hotel Tyrol und Camilla Holm, vom Great Northern in Dänemark, dass ihr euch hierfür bereit erklärt habt.
Diese Runde war die perfekte Gelegenheit, mal genauer hinzuhören und nachzufragen, was es überhaupt heißt, Spa-Manager:in zu sein. Einig waren sich die Teilnehmerinnen, dass es auf der einen Seite viel Feingefühl und Motivationsfähigkeit für das Team, auf der anderen Seite aber auch strukturiertes und wirtschaftliches Denken braucht. Zahlen müssen für die Mitarbeitenden transparent sein, um gemeinsam an einem Strang ziehen zu können. Der Spa-Manager ist dabei wie ein/e Dirigent:in, der die verschiedenen Expert:innen in Sachen Gesundheit zum Klingen bringt.
[Spa-Manager-Runde mit Jasmin Zwerger und Camilla Holm; Foto: ThysTravel]
Spa-Manager-Runde mit Jasmin Zwerger und Camilla Holm; Foto: ThysTravel
Genuss ist Teil der Gesundheit
Den Abschluss des diesjährigen Spa Days bestritten Felicitas Vaitl und Alexandra Stech von Epifood. Bewusstes, achtsames Essen schenkt Energie und bringt Körper und Geist in Balance. Anhand von vielen Beispielen erklärten die beiden, wie nährstoffreiche, ehrliche Gerichte das Spa-Erlebnis bereichern, die Genusskultur fördern und zu echtem Wohlgefühl beitragen. Die beiden verstehen Essen nicht als Verzicht, sondern eine Erweiterung der Sinne. Ausgewogene Menüs mit frischen, bestenfalls regionalen Zutaten und kreative, geschmackvolle Gerichte sind nicht nur gesund, sondern inspirieren den Gast. Dieser genießt bewusst ohne schlechtes Gewissen und das Hotel bleibt nachhaltig in Erinnerung.
In der Praxis kann eine Healthy Spa Bar eine echte Alternative zum Obstkorb sein – mit beispielsweise Kollagen Drinks, Protein Smoothies, Anti-Inflammatory Shots oder Darmfreundlichen Snacks. Infokarten schaffen dabei Klarheit, ohne belehrend zu sein.
Felicitas Vaitl und Alexandra Stech beim Spa Day 2026; Foto: ThysTravel
Vielen Dank, es war uns ein Fest!
Zu guter Letzt möchten wir uns herzlich bei Anke Brendt, Hannah Schoppmann, Sophia Damiano, Leonie Ophey vom FIBO-Team und Sabine Tomscheit mit ihrem Team von Expo Novo für das Vertrauen und die wieder großartige Betreuung vor Ort bedanken. Es war uns eine große Freude, mit dem Spa Day Teil der FIBO 2026 zu sein. Die nächste FIBO geht übrigens vom 8. bis 11. April 2027 über die Bühne. Danke auch im speziellen an dich, lieber Keven Prünster, für die grandiose Zusammenarbeit – es hat definitiv großen Spaß gemacht! Danke auch für die tollen Bilder, lieber Thys Smits von ThysTravel!
Nach der FIBO ist vor dem SpaCamp. So sind wir bereits in den Startlöchern zum Anmeldestart am 1. Mai. Wir freuen uns schon jetzt auf das große Wiedersehen beim SpaCamp 2026 im Oktober im TAUERN SPA Zell am See – Kaprun. Wer von euch dabei sein möchte, sollte sich den Anmeldestart notieren. Wir rechnen wieder mit einem großen Andrang. Es gibt insgesamt 180 Teilnehmerplätze in 8 Branchenkategorien.
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